FCH-Magazin

Interview FCH-Präsident…

“Our questions & János’ Statements…”

Wir haben uns mit unserem FCH-Präsidenten Jànos Bucher zusammengesetzt und spannende Antworten auf unsere Fragen erhalten. Uns interessiert, wie es aktuell um unseren FCH steht und werfen einen Blick hinter die Kulissen zu den anspruchsvollen Aufgaben unserer Vereinsleitung…

«Wir sind der FC Hergiswil, wir sind Rot/Weiss», dies ist die DNA unseres Vereins, welche offensichtlich greift. Welche «Milestones» prägten deine bisherige rund dreijährige Amtszeit?
JBu;
Da gibt es mehrere Milestones. Angefangen hat es in meinem ersten Präsidialjahr mit dem Abstieg unserer 1. Mannschaft in die 2. Liga regional. Gleichzeitig war es für mich eine Riesenerfahrung, welche – so komisch es klingen mag – wohl in meinem ersten Präsidialjahr zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist, weil das Konstrukt Fanionteam durchgerüttelt wurde und dadurch der Umbruch forciert, umstrukturiert und in eine neue Ära geleitet werden konnte. Nach diesem Abstieg wären wir ein Jahr später unter Trainer Sandro Marini als Vizemeister fast schon wieder in die 2. Liga inter aufgestiegen. Der Wiederaufstieg im zweiten Regionaljahr unseres Fanionteams und im ersten Jahr unter unserem aus den eigenen Reihen kolportierten Tandem Trainer Bryan Würsch und Assistent Sean Nussbaum (vorher 2. Mannschaft) bestätigt unseren eingeschlagenen Weg! Auf unsere 2. Mannschaft unter ihrem neuen Trainer Dario Truttmann strahlte dies ebenfalls positiv aus und zeigt auf, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aus Vereinssicht muss ich von drei weiteren wichtigen Milestones sprechen. Erstens; unsere 2022 erarbeitete Vision 2027 gibt die wichtigen Ziele und die Richtung vor, wohin es für unseren Verein gehen soll, was ich natürlich nicht in einem Satz beschreiben kann. Zweitens; der Abschluss nach fast zehnjährigem Hin- und Her der nach seiner fast einjährigen Sanierung bald wieder bezugsbereite Sportplatz Grossmatt mit allen Ecken, Kanten und Anpassungen uns viel Energie kostete und uns auf Trab hielt. Die Praxis wird zeigen, was vielleicht nicht ganz FCH-Like sein könnte. Sicherlich werden verschiedene Meinungen zu hören sein, was man hätte besser machen können. Drittens; wir haben einen Verein, in welchem sich junge Leute arrangieren, sei es als Trainer, oder auch in einer der vielen weiteren Chargen im FC Hergiswil. Wir sind ein Verein in ständiger und schnelllebiger Bewegung und stelle fest, dass da mehrere meiner Hauptziele für den FC Hergiswil von allen Funktionären aktiv mitgetragen und weiterentwickelt werden.

Herzlichen Glückwunsch zum IFV-Regionalmeistertitel 2024/25! Zwei Jahre 2. Liga regional – nun meldet sich unser Fanionteam nach Abschluss der Sanierung Grossmatt zurück in der 2. Liga inter! Hand aufs Herz – hättest du anfangs Saison mit diesem grossartigen Erfolg mit unserer Teamleitung aus den eigenen Reihen gerechnet?
JBu; Ganz ehrlich, mit dem Aufstieg habe ich trotz Vizemeisterschaft in der Vorsaison absolut nicht gerechnet! Ich wusste zwar, dass wir mit einer ambitionierten Mannschaft die Saison 2024/25 in Angriff nehmen konnten. Nach der Siegesserie in den acht Heimspielen mit dem Punktemaximum merkte ich schon, dass sich da was Spektakuläres entwickeln könnte. Schon vor dieser Siegesserie stellte ich erfreut fest, dass sich unser Fanionteam mental auf einem sehr guten Level befand und die Mischung im Team zwischen Trainer, Staff und Spielern mit viel Spass und Willen umgesetzt werden konnte. Wie ich es von mir selbst erwarte, wurde die FCH-DNA von unseren Red White’s vorbildlich umgesetzt! Dies trotz schwierigen Bedingungen in der halt etwas komplizierten Infrastruktur für den Fussball in unserer Gemeinde. Dies sehe ich jedoch nur als Nebenschauplatz an, denn es ist so, wie es ist, trotz stetiger Bestrebungen zu Optimierungen. Es war harte Arbeit auf der Basis von gegenseitigem Vertrauen innerhalb des Teams, aber auch vom Vorstand in der stets offenen Kommunikation mit Teamleitung und Mannschaft. Letztendlich zum für mich doch sehr überraschenden Aufstieg in die 2. Liga inter kann ich nur sagen – «unverhofft kommt oft…!»

Kannst du noch von weiteren Erfolgen der FCH-Teams in dieser Spielzeit 2024/25 berichten?
JBu; Ja, wir dürfen auf eine der erfolgreichsten Spielzeiten in den letzten Jahren zurückblicken! Unsere 1. Mannschaft mit dem vierten Regionalmeistertitel und Aufstieg in die 2. Liga inter, die 2. Mannschaft verpasste als Tabellendritter die Aufstiegsrunde 4./3. Liga nur knapp, und die 3. Mannschaft stieg als punktgleicher Tabellenzweiter von der 5. in die 4. Liga auf. Unsere Senioren 30+ legten als deutlicher Tabellenzweiter eine sehr starke Spielzeit hin. Bei den Junioren ragt nebst sehr erfreulichen Entwicklungen die Cupfinalteilnahme unserer D-Junioren heraus. Insgesamt haben alle unsere Teams sehr gute Arbeit geleistet und aufgezeigt was möglich ist, wenn man zusammenhält, gut trainiert, sowie die Leidenschaft und Identifikation mit dem Verein auch kompromisslos lebt.

Du hast als 22-jähriger höchst mutig (Respekt!) von deinem Vater Thomas als jüngster Präsident in der Vereinsgeschichte die Verantwortung für den FC Hergiswil übernommen. Überzeugt, den richtigen Schritt gewagt zu haben?
JBu; Ich bin immer noch jung, aber natürlich bin ich mit grossen Erwartungen an diese Aufgabe herangetreten. Ich habe mich zuvor demütig gefragt, ob ich dieser Aufgabe wirklich gewachsen sein kann. Klar war für mich, dass ich nicht bis ins letzte Detail wissen konnte, was da auf mich zukommt. Ich konnte in dieser neuen Aufgabe viel lernen und mich weiterentwickeln. Ich war absolut gewillt, für unseren Verein Verantwortung zu übernehmen. Im Nachhinein habe ich in der Dynamik unseres Umfeldes festgestellt, dass über mich getuschelt wurde, dass ich doch zu jung sei für dieses Amt. Ich muss schon zugeben, dass ich in gewissen Dingen zwangsläufig schon sehr unerfahren war. Ich war und bin weiterhin voller Tatendrang unseren Verein nach vorne zu bringen. Es ist viel Potenzial vorhanden, nicht nur für mich, sondern auch, indem man unseren jungen Menschen das Vertrauen schenkt, welches ich auch für mich in Anspruch nehmen darf. Da sind wir im FC Hergiswil im Vergleich zu anderen Vereinen schon sehr gut aufgestellt.

FCH-Präsident Jànos Bucher

Jànos Bucher wurde als 22-jähriger an der 90. Ord. GV 2022 zum jüngsten Präsident der FCH-Vereinsgeschichte gewählt! Er kann inzwischen auf viele schöne Erfolge sportlich und strukturell zurückblicken. Er hat in seinem vierten Präsidialjahr nebst dem Tagesgeschäft mit Fokus auf strukturelle Anpassungen im FCH noch so einiges vor

Bei deinem Amtsantritt als Präsident des FC Hergiswil anlässlich der 90. Ord. GV vom 14.09.2022 startetest du mit einer stark verjüngten Vorstandscrew in dieses Abenteuer. Wie funktioniert diese Zusammenarbeit?
JBu; Es ist effektiv so, dass wir mit unserem stark verjüngten Führungsteam – welches sich ehrenamtlich in den Dienst des Vereins stellt – auf einer gesunden Basis zusammenarbeiten dürfen. Beruf, Ausbildung, Studium, Familie und weitere Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen und trotzdem gute Arbeit für den Verein zu leisten ist überhaupt nicht selbstverständlich. Hierbei gilt es Flexibilität einerseits einzufordern, andererseits aber auch zu bieten. Natürlich haben wir gewisse Regeln und Prozesse, welche fixen Terminen unterstellt sind. Es gibt Deadlines, welche eingehalten werden müssen. Unsere Zusammenarbeit beruht auf Vertrauen und Verständnis. Damit wir in unseren Entscheidungen schnell sind sollen diese nicht zwingend bis zur nächsten einmal monatlich stattfindenden Vorstandssitzung abgewartet werden. Wichtig ist, dass jeder Ressortleiter seine Kompetenzen wahrnimmt. Diese sind in unserem Gremium nicht nur geschaffen, sondern Voraussetzung. Dank dieser Plattform macht die Vorstandstätigkeit in den einzelnen Verantwortungsbereichen eben auch grossen Spass.

Wie weit ist der FC Hergiswil mit der von dir ins Leben gerufenen «Vision 2027»?
JBu; Gefühle und Ziele sollen richtungsweisend sein. Sicherlich ist es von grossem Vorteil sich auf ein Leitbild stützen zu können, auf welches ich mich in drei Punkten hin und wieder auch berufe. Wir wollen nach innen wie auch nach aussen nicht nur als reiner Fussballverein wahrgenommen werden. Ich glaube, wir konnten uns ein Stück weit wandeln, denn innerhalb des Vereins spielt nebst dem Fussball auch das soziale Umfeld eine immer wichtigere Rolle, indem man sich u.a. gerne in unserem Clubhaus trifft. Das Standing des FCH hat sich gewandelt, insofern man sich nicht nur auf Grossmatt aufhält, sondern eine Vertiefung in unserer Dorfgemeinschaft stattgefunden hat. Im Nachwuchsbereich sind wir daran, diesen stetigen Prozess weiterzuführen. Das beste Beispiel hierfür ist unser Fanionteam, welches sich mit einigen Talenten aus den eigenen Reihen einen Namen geschaffen hat und nach nur zwei Jahren 2. Liga reg. wieder in die 2. Liga inter aufgestiegen ist. Diesen Prozess wollen wir auf allen Ebenen so weiterführen. Alle spüren, so meine ich, dass wir uns auf einem guten Weg befinden.

Im September 2025 beginnt dein viertes Jahr in der Funktion als Vorsitzender des FC Hergiswil. Welche nächsten Schritte hast du geplant?
JBu; Prioritär ist für mich, meinen Nachfolger zu finden und die Verantwortung zu übergeben, denn an der GV 2026 werde ich mein Mandat als Präsident niederlegen. Mein Rücktritt beruht auf mehreren Gründen. Einerseits bin ich beruflich seit dem 1.1.2025 bei meinem Arbeitgeber zum Mitglied in die Geschäftsleitung befördert worden, andererseits werde ich bis September 2026 auf acht Jahre Vorstandstätigkeit und davon vier Jahre als FCH-Präsident zurückblicken. Mit diesem Entscheid möchte ich verhindern, dass ich nicht erst abgebe, wenn ich nicht mehr über genügend Energie verfüge – das würde dem Verein und auch mir nichts nützen. Es sind – wie das halt so ist – Mutationen an dieser GV 2025 und 2026 in unserem Vorstand anstehend, aber auch bei unseren Funktionären ist Bewegung auszumachen, wobei die Weichen für das meiste auf soliden Gleisen steht. Hierbei werde ich mich – bedingt durch die personellen Wechsel – den Strukturen im Vorstand annehmen. Diverse Themen im Nachwuchsbereich stehen in meiner To-Do-Liste ganz zuoberst und will deren Weiterentwicklung forcieren. Dies ist möglich, weil mich unser neuer Sportchef Aktive – Oliver Nussbaum – in diesem Bereich massiv entlastet. Bis zum Ende meiner Präsidialzeit werde ich mich nach bestem Wissen und Gewissen für unseren geliebten FC Hergiswil einsetzen. Es gibt noch Dinge, welche ich in meinem letzten Amtsjahr umsetzen möchte, um das Ganze auf einem neuen Level zu strukturieren. Ich möchte neues Feuer für die nächste Vorstandsgeneration entfachen…

Du stehst wohl von Amtes wegen im stetigen Austausch mit unseren Behörden der Gemeinde und des Verbandes. Können dabei die beidseitigen Interessen unter einen Hut gebracht werden und wie hat das aus deiner Sicht bisher funktioniert?
JBu; Die Zusammenarbeit mit der Gemeindebehörde und dem Verband ist aus meiner Sicht sehr konstruktiv. Es liegt in der Natur der Sache, dass verschiedene Interessen und Ansichtspunkte hier zusammengerafft werden müssen. Entscheidend ist doch eine Lösung im Sinne des Vereins, unserer Vereinsmitglieder, insbesondere für unsere Jugend und nicht zuletzt auch im Sinne unseres Dorfes. Alle diese Interessen unter einen Hut zu bringen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Man kann aber miteinander kommunizieren und es braucht von allen beteiligten Gruppierungen ein gewisses Verständnis. Natürlich weiss auch ich, dass dies nicht mit allen gleich einfach ist, wird aber von der Gemeinde Hergiswil und auch vom Verband als äusserst konstruktiv wahrgenommen.

Seit Oktober 2024 wird unsere heimische Grossmatt saniert. Wenn du auf die für den FCH äusserts anspruchsvolle Spielzeit 2024/25 mit 8 Heimspielen in Folge, 5 (Gast-) Heimspielen in Kriens und 8 Auswärtsspielen in Folge zurückschaust, dann fällt dir was dazu ein?
JBu; Die Sanierungszeit Grossmatt war ein riesig grosser Kraftakt, welcher uns organisatorisch und koordinativ massive Zusatzarbeiten bescherte. Nennen wir die erste Mannschaft, welche 18 Partien ohne des Gefühls von Heimrecht bestreiten musste. Ich bin richtig stolz darauf, dass wir – Staff, Spieler, Vorstand, Fans, stets vor Ort waren. Seit Oktober 2024 stand uns demnach eine Fussballanlage weniger zur Verfügung und gleichzeitig war auch der Sportplatz Matt bedingt durch die Baustelle des neu erbauten Schulhauses nur in beschränktem Masse verfügbar. Die Konzentration musste somit im Wesentlichen auf den Sportplatz Dorf verlegt werden. Klar mussten wir Verständnis für diese neue Situation aufbringen und haben sehr früh angefangen den Trainings- und Spielbetrieb zu organisieren. Dennoch kamen gröbere Ungereimtheiten zustande, da kann man planen wie man will – die Praxis belehrte uns eines anderen – was viel zusätzliche und kurzfristige Kommunikation mit sich brachte. Ich bin froh, dass wir diese Situation bald «ad acta» legen- und uns ab diesem Herbst wieder auf andere Themen fokussieren können.

Freude herrscht, denn der FC Hergiswil kehrt nach rund 10-monatiger Sanierung Sportplatz Grossmatt im August 2025 wieder zurück in seine rundum erneuerte Wirkungsstätte…!

Kannst du uns schon ein wenig verraten, was für die offizielle Eröffnungsfeier vom 23. August 2025 mit den der minimalen SFV-Norm angepassten Spielfläche auf Grossmatt geplant ist?
JBu; Am 23. August 2025 ist ab 16.00h eine offizielle Eröffnungsfeier seitens der Gemeinde Hergiswil geplant. Um 17.00h findet der «Kick-off» mit dem ersten Meisterschaftsspiel 2. Liga inter auf der neuen Grossmatt zwischen dem FC Hergiswil und dem FC Härkingen statt. Die eine oder andere Überraschung soll ebenfalls Teil dieses Openings sein.

Ein Fussballverein bewegt, stellt sich breit gefächerten Interessen und ist auf eine Unmenge an Funktionären für einen rollenden Spielbetrieb angewiesen. Eine Herkules-Aufgabe mit laufend neuen Herausforderungen. Welches sind die aktuellen Baustellen im Verein?
JBu; Baustellen gibt’s fortlaufend. Primär beschäftigt uns die Nachfolgeplanung im Vorstand. Zudem treiben wir die Digitalisierung des Vereins voran. Unsere Clubnachrichten werden wir dieses Jahr und wahrscheinlich auch nächstes Jahr noch in einer Hybridlösung herausgeben. Hierbei wollen wir zeitgemäss unterwegs sein und dabei nicht zuletzt auch Kosten einsparen. Wir sind uns den Herausforderungen dieser Erneuerungen absolut bewusst und werden sicherlich einiges noch nachjustieren müssen. Das sind Themen, welche uns beschäftigen und sehen diese als Chance zur Optimierung unserer Vereinsstrukturen. Laufende Baustellen betreffen auch den Trainings- und Spielbetrieb im Fussballbereich. «Es gibt genug zu tun – also packen wir’s an…»

Nebst unserem Fanionteam leisteten das 4.-Ligateam unter Dario Truttmann und auch das 5. Liga-Team unter Thomas Portmann ganze Arbeit. Wie stufst du deren Leistungen in der letzten Saison ein?
JBu; Dario Truttmann in der 2.- und auch Thomas Portmann in der 3. Mannschaft leisten unglaubliche Arbeit für ihre Teams! Wir konnten per Saisonstart 2024/25 das System unserer Aktiv-Teams optimieren, indem diese drei Teams in einem permanenten Austausch stehen und sich gegenseitig aushelfen. Besondere Aufmerksamkeit geniesst hierbei die Durchlässigkeit zwischen Bryans Fanionteam und Dario’s 2. Mannschaft. Das gleiche gilt aber auch für Dario in der Absprache mit Thomas’ 3. Mannschaft. Diese Konstellation ist auch für unseren Nachwuchs von Nutzen, bieten sich unseren Jungspunts doch mehrere Optionen, um sich fussballerisch weiterzuentwickeln. Dario hat mit seinem ambitionierten Team eine erste erfreuliche Saison mit dem 3. Tabellenplatz hingelegt und ist nur knapp an der Aufstiegsrunde 4./3. Liga vorbeigeschrammt. Thomas hat mit seinen in erster Linie aus Freude spielenden Jungs der 3. Mannschaft den Aufstieg in die 4. Liga realisiert! Ich kann zusammenfassen, dass diese Zusammenarbeit auf der Basis ausgezeichneter Kommunikation hervorragend funktioniert und unser Verein von mega wertvollen Menschen profitieren kann.

Wie steht es um die Entwicklungen im Juniorenbereich?
JBu; Wir spüren, dass wir in den letzten 1 ½ Jahren eine Vakanz in der Koordination des Bereichs Kinderfussball gehabt haben. Organisatorisch fehlte uns die Koordinationsstelle Kinderfussball deutlich. In diesem Bereich werden die Erwartungen elternseits, aber auch die Herausforderungen immer grösser. Dies weil unsere Junioren nicht nur einem Hobby, sondern gefühlt acht Hobbys frönen. Deshalb ist es sehr wichtig, für die doch zeitaufwändige Koordinationsstelle Kinderfussball eine Person installieren zu können. Wir haben aber erfreulicherweise auf allen Ebenen ausgezeichnete und erfahrene Mannschaftsleitungen, welche unseren Junioren mit viel Freude und Motivation eine gute Ausbildung bieten. Für unseren Trainernachwuchs führen wir neu ein Göttisystem ein, in welchem Vito Ricupero unsere Trainerneulinge betreut und berät, damit diese nicht allein auf weiter Flur in ihren verantwortungsvollen Aufgaben stehen.

Und im Seniorenbereich…?
JBu; Unsere Senioren 30+ und 50+ sind für mich ein sehr wichtiger Bestandteil des Vereins. Sie sind auf und neben dem Fussballplatz aktiv und pflegen eine ausgezeichnete Kameradschaft. So blöd dies auch tönen mag, aber auch hier sind wir auf der Suche nach Nachwuchs. Seniorenobmann Baykal Özbey ist insbesondere bei den Senioren 50+ im stetigen Austausch mit dem FC Stans, welche als Spielgemeinschaft ihre Meisterschaft bestreitet. Wir probieren aus den Aktivmannschaften Spieler zu motivieren, ihre fussballerische Tätigkeit in den Senioren fortzusetzen, anstatt ihre Schuhe an den berühmten Nagel zu hängen. Auf unsere Seniorenabteilung ist Verlass und bereitet mir sehr viel Freude.

Der Mädchen-, resp. Frauenfussball im FC Hergiswil hat auch schon besser funktioniert. Wie schätzt du die aktuelle Situation ein und welches sind die nächsten Schritte?
JBu; Mir ist klar, dass wir in den letzten Jahren Rückschläge im Frauenfussball hinnehmen mussten, welche ich aber nicht negativ kommunizieren möchte. Ich will damit sagen, dass es ein Schritt ist in eine Grösse, welche der Verein selber stemmen- und auch nachhaltig pflegen kann. Seit der Gründung unserer Frauenabteilung im Jahre 2010 durch Gusti Zibung sel. hatten wir ein stetiges auf und ab mit der Anzahl Spielerinnen zu verzeichnen. Zuerst 4. Liga – Aufstieg 3. Liga – Abstieg 4. Liga – Plauschmannschaft – Rückzug – dies die instabile Reihenfolge in der Meisterschaft, welche leider nicht zuliess, dass man ca. 20-22 Frauen für ein FCH-Frauenteam zusammenbringt. Deshalb haben wir uns entschlossen, den Frauenfussball bei uns zu verkleinern. Erstens fehlt uns das Einzugsgebiet – Zweitens die Dynamik, damit sich Frauen gegenseitig für eine Mannschaft motivieren könnten – Drittens haben wir mit dem FC Horw, SC Kriens, FC Luzern, FC Alpnach, Team Obwalden, FC Stans rundherum Vereine mit Frauenteams, was die Aufgabe praktisch verunmöglicht ein FCH-Frauenteam auf die Beine zu stellen. Deshalb haben wir uns auf unsere Mädchen bis FF12 beschränkt, denn bis dahin spielen ausschliesslich Mädchen zusammen Fussball. Danach probieren wir eine Anschlusslösung zu den Frauen-, oder Mädchenteams des FC Luzern oder FC Stans zu bewerkstelligen. Vor drei Jahren haben wir uns zu diesem Schritt mit den Teams FF8 und FF12 entschlossen, welche vorbildlich durch Fabienne und Kira geführt werden. Man darf auch gespannt sein, welchen Boom die Frauen-EM 2025 in der Schweiz auslösen wird. Wir wollen den Flow mitnehmen und sind offen für Lösungen und auch Mannschaften. Sollte sich eine Dynamik entwickeln, können wir sicherlich eine Plattform für ein Frauenteam bieten, wobei das Interesse von aussen zu uns getragen werden müsste.

Nach 2 Jahren 2. Liga regional konnte sich der FC Hergiswil zum vierten Mal in seiner Vereinsgeschichte den IFV-Regionalmeistertitel sichern und realisiert damit die Rückkehr in die 2. Liga interregional! 

Zurück zur 1. Mannschaft – mit dem Wiederaufstieg nach 2 Jahren 2. Liga reg. in die 2. Liga inter wird die Messlatte für unser Team in der nächsten Saison deutlich höher liegen. Wie zuversichtlich bist du, damit der FC Hergiswil an seine bisherige erfolgreiche 2. Liga inter-Zeit mit dem erstmaligen Aufstieg in der Saison 2010/11 bis 2022/23 anknüpfen kann?
JBu; Natürlich bin ich sehr zuversichtlich, dass unser Team in der 2. Liga inter bestehen wird. Ich bin aber auch Realist genug um zu wissen, dass in der 2. Liga inter ein anderer Wind als in den letzten beiden Jahren in der 2. Liga reg. weht. Unser Trainerteam stellt den Teamgeist in den Vordergrund und legt Wert auf Disziplin, wobei vordergründig der Spass eine ganz wichtige Rolle spielt. Nicht der kurzfristige Erfolg ist das allein selig machende, sondern vielmehr die nachhaltige Entwicklung unserer 1. Mannschaft, Entwicklung aber auch innerhalb unseres Gesamtvereins. Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns dies auch gelingen wird…

Unser seit dem 1. Juli 2024 in der Verantwortung unserer 1. Mannschaft stehende Trainerteam Bryan Würsch / Sean Nussbaum hat mit seiner Debüt-Saison zusammen mit dem gesamten Team den FC Hergiswil wohl sehr überrascht. Die Verträge zur erfolgreichen Weiterarbeit für die 2. Liga inter sind unterzeichnet. Welche Argumente des FC Hergiswil standen für eine weitere Zusammenarbeit im Raum?
JBu; Bryan und Sean sprechen in ihrem ersten Trainerjahr auf dieser Ebene mit dem Regionalmeistertitel und dem Aufstieg in die 2. Liga inter auf dem Papier ihre eigene Sprache. Bryan Würsch und Sean Nussbaum sind bereits das vierte Trainerteam während meiner Präsidialzeit. Am besten erklären lässt sich die solide Arbeit von Bryan und Sean, indem man von Spielerseite beiden eine grosse Fachkompetenz zuspricht und mit der Feststellung, dass Bryan mit seinem Knowhow ein erfolgreiches Spielsystem spielen lässt. Klar entscheiden immer 22 Füsse auf dem Platz über den Erfolg des Teams. Bryan arbeitet, so habe ich das erneut im Hinblick zur bevorstehenden Meisterschaft feststellen können, sehr akribisch, was absolut für ihn spricht. Bryan und Sean sind beide junge Trainer, welche sehr gewillt sind zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Durch die immer wieder entstehenden Umstände in der Infrastruktur profitieren wir sicherlich von Bryans Heimnimbus und seiner Flexibilität, z.B. dann, wenn die Garderoben in den ersten beiden Wochen der Schulferien wegen der Gesamtreinigung nicht zur Verfügung stehen. Es ist in Hergiswil leider nicht anders machbar, aber Bryan und Sean finden immer ein Lösung. Es ist leicht festzustellen, dass unsere Mannschaftsleitung nicht nur fussballerisch, sondern auch im zwischenmenschlichen Bereich sehr wertvolle Arbeit leistet. Das Gesamtpaket stimmt und darf ihnen mein volles Vertrauen aussprechen, zumal auch das Thema mit den Trainerdiplomen für die 2. Liga inter geregelt ist.

Der FC Hergiswil vermeldete vier Abgänge von verdienten Stammspielern. Gemäss der FCH-Medienmitteilung vom 12.06.2025 wurden auch mehrere Zuzüge bekannt gegeben. Welche Erwartungen verknüpfst du mit unseren «Neuen»?
JBu; Neue Spieler bringen neue Dynamik ins Team. Meine Erwartungen, welche ich mit unseren Neuzuzügen verknüpfe, ist die zusätzliche Qualität mit dem Ziel, eine funktionierende Achse zu bilden. Bryan und ich haben uns in der Kaderplanung sehr genau damit auseinandergesetzt, um den erfolgsversprechenden Mix punkto Alter, Erfahrung und den spielerischen Möglichkeiten zur neuen Teamformation herauszufiltern. Ich bin guter Dinge, dass uns dies explizit ganz gut gelungen ist. Es wird nun darum gehen, dass unsere Mannschaft ihr fussballerisches Potenzial auf den Platz bringen kann. Siegesserien wie im Herbst 2024 dürfen wir sicherlich nicht erwarten und werden uns wohl in Geduld üben müssen, wenn’s mal nicht so rund läuft. Ich bin jedenfalls überzeugt, dass uns unser Fanionteam viel Freude bereiten wird und wir wissen, dass wir auf eine top motivierte Mannschaft zählen dürfen, welche für Rot/Weiss ihr Bestes geben wird.

Wie steht es um die Zusammenarbeit mit den Hauptsponsoren Restaurant Galliker Luzern und Raiffeisen Nidwalden, sowie um die Co-Sponsoren, sowie die finanzielle Unterstützung des Club Hergiswiler Sportfreunde, der Freunde FC Hergiswil und der Supporter-Vereinigung FC Hergiswil?
JBu; Ich empfinde es als ein riesiges Glück, dass wir im Sponsoring auf dieser Breite unterstützt werden. Mit Tobias Meyer hatten wir über Jahre hinweg eine sehr grosse Unterstützung nicht nur als Hauptsponsor Restaurant Galliker Luzern zusammen mit Raiffeisen Nidwalden-, sondern er auch als Co-Sponsor mit verschiedenen weiteren Firmen aufgetreten ist. Dafür kann ich nur meinen herzlichsten Dank aussprechen, im Bewusstsein, dass diese grossartige Unterstützung für den Verein lebensnotwendig ist. Per dieser Saison 2025/26 konnten wir mit «b-Partner» einen neuen Hauptsponsor gewinnen. Ich habe geschäftlich mit Geschäftsinhaber Fabian Haindl zu tun und kenne ihn auch schon lange. Ich finde es cool, dass wir mit «b-Partner» einen sehr motivierten Hauptsponsor für unser Fanionteam an Land ziehen konnten, welcher vollkommen hinter unserem Projekt steht und motiviert ist, sich in unserem FC Hergiswil einzubringen. Da dürfen wir uns im gesamten Verein auf eine sehr zukunftsträchtige Zusammenarbeit freuen. Wir schätzen nicht minder unseren Hauptsponsoren Raiffeisen Nidwalden, welcher unseren Gesamtverein schon seit vielen Jahren sehr wirkungsvoll und treu unterstützt. Mit Oliver Blättler dürfen wir zudem auf «Lake Lucerne Appartements» als Sponsoring-Partner für unseren gesamten Juniorenbereich zählen. Unsere Mädchen profitieren von den AXA-Versicherungen, welche uns eine äusserst willkommene Stütze im Mädchenfussball bieten. Unglaubliche Unterstützung dürfen wir von unseren Gönnervereinigungen Club Hergiswiler Sportfreunde, Freunde FC Hergiswil und Supporter-Vereinigung FC Hergiswil erfahren. Sie bieten allesamt einen unwahrscheinlichen finanziellen-, aber in vielen Fällen auch persönlichen Rückhalt, welcher in der Breite aufgestellt ist und in keinster Weise als selbstverständlich anzusehen ist! Sie alle wollen das Beste für den Verein, was uns extrem hilft unseren FCH weiterhin nach vorne zu bringen. Da bin ich namens des FC Hergiswil und meinem Vorstandsteam allen unseren Sponsoren zu grossem Dank verpflichtet…!

Möchtest du abschliessend noch ein paar Worte an unsere FCH-Familie richten und insbesondere auch an unsere Supporterinnen- und Supporter? 
JBu; Ich danke für das Engagement, die Unterstützung und den grossen Rückhalt unserer Supporterinnen- & Supporter, welche vor Ort – sei’s an Heim-, aber auch an Auswärtsspielen regelmässig unseren Aktivitäten beiwohnen. Zudem werden wir aus unserem Supporter-Kreis nicht nur finanziell, sondern auch in Form von ehrenamtlichen Tätigkeiten im FC Hergiswil bestens unterstützt. Ich freue mich, dass wir uns bald wieder am Supporter «Meeting-Point» auf Grossmatt treffen werden. Das ist auch für mich jedes Mal etwas Besonderes, weil wir uns dort austauschen – und ob Sieg oder Niederlage – unsere Emotionen teilen und wertvolle Zeit miteinander verbringen können! Man darf getrost sagen, dass unsere gesamte FCH-Familie diese positive Energie zu spüren bekommt. Ich hoffe, dass wir den aufgebauten Drive im Verein weiterhin im Sinne unserer Sache nutzen- und durch die Umsetzung unserer gemeinsamen Interessen weiterhin sehr viel bewegen können. Ein riesengrosses Dankeschön an unsere gesamte FCH-Familie – Hopp Hergiswil!!!

Herzlichen Dank!

Namens der SV-FCH danken wir unserem FCH-Präsidenten Jànos Bucher für seine Zeit zu diesem Interview und seine umfassenden Statements zu unseren Fragen! Wir wünschen ihm und seiner Führungscrew ein gutes Gelingen für die anstehenden Aufgaben! Mit der gesamten FCH-Familie – zu welcher wir auch unsere treuen Supporterinnen- & Supporter zählen – freuen wir uns auf eine erfolgreiche neue Saison 2025/26 mit vielen wertvollen Begegnungen – “Go Red White, go – Hopp Hergiswil!!!”

(SV-Web 14.07.2025/wb)

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