Kannst du uns erklären, wodurch diese Leistungsschwankungen in der 2. Liga inter entstanden sind?
BW: Das hat sicherlich mehrere Gründe. Die Leistungsschwankungen führe ich darauf zurück, dass wir nicht vergessen sollten, dass wir auf diese Spielzeit hin und nach dem Aufstieg in die 2. Liga inter einen nicht zu unterschätzenden gewichtigen Umbruch in unserem Mannschaftsgefüge zu verzeichnen hatten. Mehrere langjährige Teamstützen mussten ersetzt werden. Bis die neue Teamkonstellation eingespielt war, brauchte es erwiesenermassen einen gewissen Moment. Mit diesem Aufstieg in die 2. Liga inter kamen zudem stärkere Gegner auf uns zu, was die Sache auch nicht einfacher machte. Ständige Wechsel in den Aufstellungen aufgrund von Verletzungen und Gesperrten trugen einen wesentlichen Teil dazu bei, was ich aber nicht als Ausrede anführen will. Insbesondere in unserer Defensive mussten wir permanent Umstellungen vornehmen, wodurch sich ständig wiederholende Fehler einschlichen und wir offenbar zu wenig dagegen unternommen haben, um diese zu eliminieren. Offensiv sind wir auch nicht immer auf Touren gekommen. Bei fehlender Konstanz wird es schlicht und ergreifend schwierig, erfolgreich zu sein. Es waren drei vier Mängel zu viel, u.a. zurückzuführen auf den Umbruch, die fehlende Erfahrung gegenüber anderen Teams und sicherlich auch der mangelnden Qualität. Dann reicht es auf dieser Stufe leider einfach nicht…
Wie hast du und dein Team diese 2. Liga inter / Gruppe 4 erlebt, welche – schaut man auf die Tabelle – aus unserer Sicht aus einer Dreiklassengesellschaft bestand?
BW: Einverstanden, ja diese Dreiklassengesellschaft sehe ich auch so. Die Top-Fünf mit Aufsteiger Locarno, dem punktgleichen Malcantone, einen Punkt dahinter die punktgleichen Rotkreuz und Sursee und auch Wintermeister Gambarogno, nur durch 3 Punkte vom Leader getrennt, spielten eigentlich in einer eigenen Liga. Da dürften wohl auch die finanziellen Möglichkeiten eine gewisse Rolle gespielt haben. Trotzdem konnten wir den einen oder anderen Punkt gegen Spitzenteams erkämpfen. Die Teams im Mittelfeld der Tabelle zeigten ihre Stärken und profitierten davon, dass sie sich in einen Lauf spielen konnten. Was uns betrifft ist dies leider nicht eingetroffen, was durchaus zu verhindern gewesen wäre. Beispielsweise in den beiden Partien gegen Klingnau – da haben wir in beiden Partien einen denkbar schlechten Tag erwischt. Oder nehmen wir die beiden Partien gegen Rothrist, in welchen wir beide Male tief in der Nachspielzeit jeweils den Ausgleichstreffer hinnehmen mussten. Dies hat nicht nur mit Pech, sondern eben auch mit Qualität zu tun. Da haben wir die wichtigen Punkte verspielt und waren am Tag X einige Male nur ungenügend bereit, den Kampf anzunehmen. Diese Dreiklassengesellschaft bestand effektiv in unserer Gruppe, was ich in erster Linie auf den Offensivbereich einiger Teams zurückführe, wo es gegenüber der regionalen Liga doch sehr grosse Unterschiede festzustellen gab.
Guten Leistungen folgten laufend wieder mässige bis schwache Auftritte, was die doch stattliche Anzahl mit 16 Niederlagen nebst 6 Siegen und 4 Remis ausweist. Worauf führst du dies zurück?
BW: Das habe ich in der ersten Frage bereits erwähnt. Was möglicherweise mit ein Grund war ist vielleicht darauf zurückzuführen, dass nach Siegen jeweils eine gewisse Selbstzufriedenheit aufkam. Wir haben Siege feiern dürfen, konnten aber jeweils zu wenig daraus mitnehmen und kamen somit nicht in den Flow, welchen sich unsere Gegnerschaft teilweise hat erarbeiten können. Wir mussten zu häufig von Spiel zu Spiel unsere Aufstellungen aus verschiedenen Gründen umkrempeln, was zwangsläufig zu einem Leistungsgefälle führte. Damit alleine lässt sich dies zwar nicht begründen.
Die Auswärtsbilanz ist besser ausgefallen als die Heimbilanz. Wie erklärst du dir das magere Abschneiden auf dem neu sanierten Sportplatz Grossmatt mit lediglich 2 Siegen, 3 Remis und 8 Niederlagen, wodurch unsere Red White’s auf dem letzten Platz der Heimtabelle landeten?
BW: Das ist leider so – wir hätten uns in unseren Heimspielen entschlossener präsentieren müssen. Woran dies lag ist schwierig zu begründen. Tatsache ist, dass wir erst in der letzten Woche vor dem ersten Heim-Meisterschaftsspiel 2025/26 eine erste Trainingseinheit auf der neu sanierten Grossmatt absolvieren durften und auch in der Folge bei etwas schlechterem Wetter unsere Trainings häufig auf den Kunstrasen Dorf verlegen mussten. Kam hinzu – zwar absolut verständlich – dass sich der neu verlegte Rasen Grossmatt noch nicht im optimalen Zustand befand. Da mache ich niemandem einen Vorwurf, bin mir aber im Klaren darüber, dass wir zu Hause deutlich zu wenig Punkte verbuchen konnten. Wir wollen in der neuen Saison alles daran setzen, dass wir wie in der vorletzten Saison wieder zu unserer alten Heimstärke zurückfinden werden.
Im Nachhinein wäre der Abstieg zu verhindern gewesen, da sind wir uns wohl einig! In welchen Partien mussten unnötige Verlustpunkte hingenommen werden?
BW: Das sind halt schon insbesondere die insgesamt 10 Verlustpunkte gegen Teams aus dem Tabellenkeller. Damit meine ich insbesondere die Bergungen mit Rothrist und Klingnau. Auch im letzten Spiel in Emmen wäre durchaus mehr drin gewesen. Bitter auch die Heimniederlage gegen Emmenbrücke, als wir nach einem vier Tore Rückstand mit einem 1:4-Rückstand in die Pause gingen, ausgleichen konnten, um dann doch noch die Punkte den Gästen überlassen mussten. Was mich besonders ärgert ist, dass wir viel zu viele Punkte jeweils gegen Spielschluss abgegeben haben, mitunter auch gegen Teams aus der Spitzengruppe. Woran das lag? Dies ist schwierig zu eruieren – waren wir uns zu sicher? War es die Konzentration? Haben wir uns zu stark unter Druck setzen lassen? Mir ist klar, dass da deutlich mehr möglich gewesen wäre.
Die Achillesferse deines Teams war sicherlich unsere Defensive mit den zweitmeisten Gegentreffern (65) unserer Gruppe. Wie lässt sich das begründen?
BW: Wir sind uns absolut einig, leider ist das so. Unseren Captain und Abwehrchef Fynn Hofstetter vermissten wir schmerzlich, denn schon vor dem Meisterschaftsstart musste er wegen einer langwierigen Verletzung sein Forfait geben – ein herber Dämpfer für unser gesamtes Team. Letztendlich fehlte er uns über die gesamte Saison. Kaum waren wir mal ein bisschen eingespielt, mussten wir aus verschiedenen Gründen immer wieder personelle Änderungen in unserer Defensive vornehmen, was natürlich kontraproduktiv ist für ein relativ unerfahrenes Team wie das unsere. Wir konnten uns praktisch nie einspielen, waren permanent zu Umstellungen gezwungen, welche aber letztendlich nicht wie erhofft gefruchtet haben. Zwangsläufig mussten wir mehrere Varianten ausprobieren, was sich für die Kontinuität im Mannschaftsgefüge halt negativ auswirkte.
Unser Offensive erzielte immerhin Ø1,7 Tore und liegt hier mit 44 Treffern auf Platz 7! In neun Begegnungen (6 x Rück-, 3 x Hinrunde) blieb man aber torlos. Wie lässt sich sowas erklären?
BW: Da will ich mal das Positive herausheben, denn für einen Absteiger ist dies eine höchst erfreuliche Torquote. Solche Partien, in welchen man kein Tor erzielen kann gibt es einfach. Teilweise kamen wir mehrfach zu Torgelegenheiten, welche wir nicht gut genug zu Ende gespielt haben. Immerhin erspielten wir uns diese Chancen, waren aber eben häufig zu überhastet oder unpräzise. Ich halte fest, dass wir in diesem Bereich dennoch nicht schwach aufgetreten sind, denn es wäre vermessen, drei vier Tore pro Spiel zu erwarten oder gar vorauszusetzen. Ich denke, dass Spiele ohne eigenen Treffer durchaus normal sind und sollte unserem Team keineswegs als Kritik ausgelegt werden. Es war doch erfreulich, dass selbst in solchen Spielen Torchancen kreiert wurden, wobei uns das nötige Wettkampfglück häufig einen Strich durch die Rechnung machte. In der kommenden Saison sind wir am Punkt angelangt, uns in der Nutzung unserer Torchancen zu verbessern. Unser Trainerteam ist zusammen mit der Mannschaft gefordert, sich in der Offensive, wie auch in der Defensive zu steigern und die nötigen Massnahmen zwingend umgesetzt werden müssen.
Welches waren deine Highlights, welches deine Tiefpunkte in dieser Saison?
BW: Highlights sind die beiden deutlichen Siege ohne Gegentor gegen Mitabsteiger Härkingen. Auch der Sieg in Emmenbrücke gehört dazu, welcher uns zwei Runden vor Schluss wieder die Hoffnung bescherte, der Abstiegszone doch noch zu entkommen. Tiefpunkt ist natürlich der Abstieg, denn absteigen tut niemand gerne. In meiner bisherigen Trainerlaufbahn die bitterste Enttäuschung ist die Niederlage in Emmen, hätten wir doch mit einem Sieg den Ligaerhalt aus eigener Kraft geschafft.
Wie hat dein Team diesen Abstieg hingenommen?
BW: Unsere Mannschaft hat den Abstieg gefasst aufgenommen. Es ist absolut nicht selbstverständlich, dass wir in keiner Phase dieser Meisterschaft aufgegeben haben. In diesem Interview tönt vieles sehr negativ. Ich sehe aber durchaus auch viel Positives. Wir arbeiten mit einer sehr jungen Truppe, in welcher Konstanz und Inkonstanz nur relativ zu bewerten sind, denn wir sind nach Niederlagen immer wieder aufgestanden. Wir sind gleichen abends nach dem letzten Spiel zusammen gesessen – zwar war eine gewisse Leere zu spüren – haben aber gemeinsam schon wieder vorausgeschaut und festgestellt, dass unser Potenzial absolut vorhanden ist, um gemeinsam den Weg weiterzugehen und am doch auch Guten festhalten zu wollen. Wir werden als Team weiter zusammenwachsen. Wie sagt man doch so schön? «Aus Niederlagen wird man stark!» Trotz aller Enttäuschung – so wie sich unsere Mannschaft präsentiert und zusammengestellt ist – werden wir gestärkt aus unserer aktuellen Situation herauskommen! Unser Team bleibt weitestgehend zusammen, was mich zur Überzeugung bringt, dass man sich im Umfeld des FC Hergiswil um unsere Mannschaft keine Sorgen zu machen braucht.
Inwieweit bist du trotz des Abstiegs mit der Kaderzusammenstellung 2026/27 zufrieden und bleibt die von der Vereinsleitung kommunizierte FCH-DNA auf unseren Nachwuchs zu setzen oberstes Gebot?
BW: Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden mit der Kaderzusammenstellung, ist dies doch keineswegs ein leichtes Unterfangen. Wir wollen an unserer DNA festhalten und primär auf den eigenen Nachwuchs setzen. An dieser Entwicklung halten wir fest. Mir ist klar, dass unser Team mehr Erfahrung braucht, an welcher sich unsere Nachwuchstalente orientieren können. Hierbei soll das finanzielle nicht im Vordergrund stehen. Wir haben sehr junge Kadermitglieder, wobei 20 bis 22-jährige schon einige Erfahrung und auch Routine in unsere Mannschaft tragen. In Bezug auf unseren Nachwuchs werden wir unabhängig vom Abstieg in die 2. Liga regional von der Idee der Vereinsführung nicht abrücken, um unseren Youngsters den Schritt in die erste Mannschaft zu ermöglichen. In der 2. Liga inter konnte man unsere eigenen Junioren nicht einfach so reinwerfen und meinen, dass sie quasi auf Knopfdruck gleich funktionieren. In der regionalen Meisterschaft besteht die bessere Möglichkeit, unsere jungen Spieler in unser Team zu integrieren. Eine wichtige Rolle nimmt hierbei die enge Zusammenarbeit mit unserer zweiten Mannschaft ein. Hier können sich unsere Youngsters, welche den Weg in den Kader der 1. Mannschaft nicht direkt schaffen auf den Rhythmus der Aktiven anpassen und sich so für den nächsten Schritt in die 1. Mannschaft empfehlen.
Die Kaderplanung für die 2. Liga regional ist bestimmt schon weit vorgerückt. Kannst du uns schon etwas über die Veränderungen im FCH-Kader 2026/27 verraten?
BW: Wie schon erwähnt bleibt der Stamm unserer Mannschaft zusammen. Wir haben in der Offensive und in der Defensive je zwei Verstärkungen fixiert. Dies, weil unser Topscorer Yves Zurkirchen, sowie Livio Lombardo und David Komani unseren Verein verlassen. Zudem beendet Andrin Arnold seine Fussballkarriere, wird aber – sehr wichtig – dem Staff-Bereich unseres Teams erhalten bleiben! Wir sind noch in den letzten Zügen mit ein, zwei Verstärkungen. Wir werden jedenfalls ein Team stellen, welches in der oberen Tabellenhälfte der 2. Liga regional mitspielen kann.
Das Trainerteam mit deinen Assistenten Sean Nussbaum und Luca Bertucci bleibt dem FC Hergiswil erfreulicherweise erhalten. Welche Erkenntnisse aus dieser Saison 2025/26 wollt ihr für die am 8. August beginnende neue Spielzeit mitnehmen und umsetzen?
BW: Auch wir im Trainerstaff wollen uns natürlich weiterentwickeln und haben festgestellt, dass wir uns mit berechtigter Kritik auseinandersetzen müssen. Wir müssen uns sicherlich auch einige Kritik über Dinge gefallen lassen, welche wir nicht gut genug umgesetzt haben. Nicht der Verein, nicht die Spieler, nicht die Teamleitung – wir sind als gesamtes Team abgestiegen. Uns steht viel Arbeit bevor. Wir wollen unser Team stärken, den Teamgedanken, das Teamklima und die Teamchemie in den Vordergrund stellen. Wir werden uns im fussballerischen Bereich offensiver ausrichten, welche uns letzte Spielzeit etwas abhanden gekommen ist. Auch Defensiv sind uns die Mankos bekannt und wissen um die Dringlichkeit, diese deutlich zu verbessern. Wir wollen die negativen Erlebnisse aus der letzten Saison ins Positive umsetzen und mitnehmen. Wir haben durch die vielen Negativerlebnisse gelernt, mit Rückschlägen umzugehen. Uns ist absolut klar, dass das in der 2. Liga regional kein Selbstläufer wird und werden es mit sehr starken Teams – z.B. Brunnen oder auch Emmenbrücke, um mal zwei zu benennen – zu tun bekommen. Unser Trainerstaff ist von unserem Team Ausgabe 2026/27 sehr überzeugt. Ich setze zusammen mit meinen Assistenten Sean Nussbaum und Luca Bertucci auf Kontinuität in unserem Team. Wir begeben uns zusammen mit unserer Mannschaft voller Überzeugung in die Meisterschaft 2026/27, mit dem grossen Ziel, unserer FCH-Familie erfolgreiche und schöne Momente zu schenken…!
Unser FCH-Chefcoach bedankt sich namens seines gesamten Teams
Unser Trainerstaff 2026/27

FCH-Chefcoach Brian Würsch mit seinen Assistenten Sean Nussbaum und Luca Bertucci wollen unser Fanionteam wieder auf die Erfolgsstrasse zurückführen und in der IFV 2. Liga reg. 2026/27 für Furore sorgen…














