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Modus Euro ’24 & WM ’26

EURO 2024; Nachteile des 24-er-Modus…

Die Vorrunde der EM 2024 in Deutschland ist gespielt und deckt dabei deutliche Schwächen des Turniermodus von 16 auf erstmals 24 Teams auf. Dies lässt auch für die nächste WM 2026 in Kanada, Mexico und USA mit der Aufstockung von 32 auf 48 Teams nichts Gutes erahnen. Wir haben uns mal mit den Turniermodi der UEFA- & FIFA-Gremien auseinandergesetzt…

Die Euro 2024 in Deutschland lieferte in der inzwischen abgeschlossenen Vorrunde mit 24 Teams eingeteilt in 6 Gruppen mehrere spannende-, aber auch nicht wirklich sehenswerte Partien ab. Die dritte Vorrunde wirft Fragen auf, insbesondere in mehreren Partien des letzten Vorrunden-Spieltages, welche nicht wirklich dem Sinn eines Endrundenturniers entsprechen…

In einer Zeile des UEFA-Turniermodus dieser EM ist festgehalten, welche Teams sich nach der Vorrunde aus 6 Gruppen für die 1/8-Finals qualifizieren werden. “A C D E 3.E 3.D 3.C 3.A” steht in einem Satz der UEFA-Reglemente für die EM 2024 und es gibt noch 14 weitere Varianten in dieser zugehörigen Tabelle. Sie zeigt, welche 1/8-Finalbegegnungen in welchem Falle eintreffen werden, je nachdem aus welchen der sechs Gruppen die vier besten Gruppendritten ermittelt werden.

Dieser Turniermodus zieht ein echtes Problem nach sich, was sich beispielsweise bei Ungarn zeigt, für welches erst am Mittwoch drei Tage nach seinem letzten EM-Auftritt das Turnier-Aus feststand! Die Partie Slowakei gegen Rumänien stand im Vorfeld unter Absprache-Verdacht – und wer noch nachvollziehen wollte, wer beim nächsten Tor denn nun im Achtelfinal auf England trifft war wieder bei “A C D E 3.E 3.D 3.C 3.A” angekommen. Ein schaler Nachgeschmack steht damit über den Vorrundenpartien dieser Euro 2024.

Nehmen wir das Beispiel Georgien, welches sich lediglich auf dem 34. Platz in der EM-Qualifikation befand, über die Nations League auf den letzten Drücker die EM-Qualifikation schaffte und nun dank dem 2:0-Sieg über die B-Elf Portugals gegen den bereits zuvor feststehenden Gruppensieger im 1/8-Final steht ! Der torlose EM-Dienstag, als Dänemark (gegen Serbien) und Slowenien (gegen England) schon vorher wussten, dass ihnen ein Remis zum Weiterkommen genügt, zeigt deutlich auf, wie moderat diese EM-Spiele ablaufen können.

Wenn vier von sechs Gruppendritten weiterkommen, die Kandidaten aber – logischerweise – ihre letzten Gruppenspiele nicht allesamt parallel austragen können, beginnt die Integrität des Wettbewerbs schnell zu wanken. Dass im Achtelfinale dann auch noch manche Gruppenzweite auf Gruppenzweite treffen, andere aber auf Gruppenerste, die es in anderen Fällen mit Gruppendritten zu tun bekommen, ist zusätzlich unfair. Ursprünglich war der Fußball ja auch mal so gedacht, dass ihn jeder schnell versteht.

Nach dieser Vorrunde haben sich 16 der insgesamt 24 Teams für die 1/8-Finals qualifiziert. Mit den am heutigen Samstag beginnenden KO-Spielen an der diesjährigen EURO-EM nun der Restart – man darf sich auf spannende Begegnungen freuen – denn für alle Teams gilt es ab sofort, die Karten auf den Tisch zu legen. Es zählt nur noch das Weiterkommen – viel Spaß mit dem EURO-Fieber, denn jetzt geht’s wirklich los…!

FIFA-WM 2026 mit 48 Nationen…!

Die WM 2026 in Kanada, Mexico und USA mit der Aufstockung von 32 auf 48 Teams lässt nichts Gutes erahnen. Die FIFA-Gremien haben offenbar selbst Mühe, den Turniermodus zu bestimmen, sprach man doch zuerst von 16 Dreiergruppen, hat sich aber diese Woche doch wieder für den Modus mit 12 Vierergruppen ausgesprochen… 

Bekannterweise wird die WM 2026 in Mexico, USA und Kanada über die Bühne gehen. Der Blick in Richtung WM 2026 tut jetzt schon weh, weil dort erstmals 48 statt der bisher 32 Nationen mitmischen dürfen. Aus 12 Vierer-Gruppen kommen die besten 8 Gruppendritten weiter. Um die möglichen Paarungen der ersten KO-Runde in den 1/16-Finals abzubilden wird eine ellenlange Tabelle vonnöten sein. Faire sportliche Rahmenbedingungen sollten doch immer das wichtigste Kriterium sein, was in dieser Konstellation wohl nicht möglich sein dürfte.

Bei der vergangenen Winter-WM in Katar spielten die teilnehmenden 32 Nationen insgesamt 64 Spiele aus. Zum ersten Mal seit 1998 wird sich dies bei der Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird, ändern. 48 Teams sollten eigentlich in 16 Dreiergruppen gegeneinander antreten.

Inzwischen sickerte bereits durch, dass der FIFA-Rat die Beibehaltung der Vierergruppen plant. Das Council des Weltverbandes FIFA genehmigte am Dienstagnachmittag das Format mit 12 Vierergruppen statt 16 Dreiergruppen. Die Zahl der Spiele steigt damit gegenüber dem Ursprungsplan nochmals um 24 auf 104 Begegnungen. Das Finalspiel wird am 19. Juli 2026 zur Austragung gelangen.

Umwelt, Belastung, Spielplan – heikles Unterfangen
Der ursprüngliche Beschluss der FIFA aus dem Jahr 2017 zum neuen Dreiergruppen-Format geriet speziell aufgrund der Erfahrungen bei der WM 2022 in Katar immer mehr ins Wanken. Die Dreiergruppen hätten zwar ursprünglich gut geklungen, – aber gemäss FIFA-Vizepräsident Victor Montagliani entstehen daraus Probleme.

Das Größte – bei einem Modus mit Dreiergruppen würden Absprache fähige letzte Spiele drohen, bei denen spielfreie Nationen möglicherweise ausscheiden könnten. Außerdem sorgte der Vierergruppen-Modus in Katar für sportlich attraktives Geschehen – ein weiteres Argument für die FIFA, an dieser Variante mit Vierergruppen festzuhalten.

Für die WM bedeutet der Modus nun konkret: Insgesamt 104 Spiele, im Gegensatz zu 80 Partien bei einem potentiellen Dreiergruppen-Modus. Die beiden Finalisten werden acht Spiele statt bisher sieben WM-Partien austragen (es gibt eine zusätzliche Zwischenrunde vor den Achtelfinals), und die Dauer des Turniers wird von rund einem Monat auf über 40 Tage ausgedehnt werden müssen.

Nach einer gründlichen Prüfung, bei der die sportliche Integrität, das Wohlergehen der Spieler, die Reisekosten der Mannschaften, die kommerzielle und sportliche Attraktivität sowie die Erfahrungen der Mannschaften und der Fans berücksichtigt wurden, genehmigte der FIFA-Rat einstimmig die vorgeschlagene Änderung auf 12 Vierergruppen. Das überarbeitete Format “mindert das Risiko von Absprachen und stellt sicher, dass alle Mannschaften mindestens drei Spiele bestreiten, während gleichzeitig ausgewogene Ruhezeiten zwischen den konkurrierenden Teams vorgesehen sind”.

Zonen als Lösungsansatz – Logistik für Fans ein großes Problem
Das Ziel der FIFA ist klar – deutlich mehr Partien werden definitiv noch mehr Geld in die Taschen des Weltverbands spülen – jedoch auch für neue Komplikationen sorgen. Umwelt und die ohnehin schon stark beanspruchten Spieler werden noch stärker belastet. Der Spielplan muss überdacht werden, tausende von Kilometern liegen die Spielorte bei dem sich über drei Länder erstreckenden Turnier teilweise auseinander. Eine mögliche Lösung sollen Zonen sein, in denen die Teams spielen: “Wir können keine Teams von New York nach Los Angeles reisen lassen”, so FIFA-Vize-Präsident Montagliani.

Letzteres dürfte möglicherweise das geringste Problem sein, denn auch 2014 und 2018 in Brasilien bzw. Russland reisten die Mannschaften tausende von Kilometern zwischen ihren WM-Quartieren und den Spielorten hin und her. Für die Spielplangestaltung und die Logistik der Fans allerdings dürften die Herausforderungen umso größer sein. Von der Umweltbelastung ganz zu schweigen…

(SV-Web 29.06.2024/wb)

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